Rockenhausen

Zoom (280KB)

Die Kirche

Die Grundsteinlegung für den Kirchenneubau fand am 7. Juli 1915 durch Dekan Lang von Ebernburg statt. Die Kirche wurde am 3. Oktober 1917 durch Bischof Ludwig Sebastian konsekriert.

Der Bau. Architekt Rudolf von Périgon schuf mit dieser Kirche eine seiner hochstehenden Werke. Besonders die Fassade mit dem Turm verdient Aufmerksamkeit. Ein durchdrungener Rundturm erhebt sich zwischen zwei halbrunden Annexen, von denen eine als Taufkapelle und eine als Stiegenhaus zur Empore genutzt wird. Die Taufkapelle wird durch eine eigene kleine Laterne gekrönt. Vor den Turm ist eine überdachte Eingangshalle gesetzt. Der Dachgiebel trägt auf jeder Seite ein Säulenpaar. Das Giebelfeld ist mit geometrischen Ornamenten in streifenförmigen Federn vollständig ausgefüllt. Über der Archivvolte des Eingangs sitzt im Giebelfeld ein Steinrelief mit der Darstellung des Lammes Gottes. Die kleinteilig gestaltete Vorhalle hebt sich wirkungsvoll von dem wuchtigen, mit bossierten bräunlichen Sandsteinquadern aufgeführten Rundturm ab. Ein Rundfenster, das von zwei Rundstäben mit unterschiedlichem Blattdekor durchzogen ist, bildet den einigen Schmuck. Die Glockenstube besteht aus rundbogig geschlossenen Schallarkaden zwischen halbrunden Wandvorlagenpaaren. Der Turmhelm ist sehr flach, aber abgewalmt.

Das Langhaus, das sich an die Fassade anschließt, wirkt schlichter. Der basilikale Aufbau tritt deutlich zutage. Die Seitenschiffe besitzen kleine, rundbogig geschlossene Fenster, während im Obergaden Okuli vorhanden sind, eine bescheidene barocke Assoziation.

Das Innere der Kirche gestaltete Architekt Périgon in einem freien und geistvollen Eklektizismus. Traditionelle Elemente, wie die Langhausarkaden und Pfeilerstellungen, behält er bei, formt sie aber mit eigenen freien Ornamenten um. So besitzen die Bogen Flechtmuster. Die Holzdecke ist dreiseitig gebrochen und mit Kassetten bemalt.

Der Altarraum ist von einer Apsiskalotte mit Stuckornamenten überwölbt, die als Andeutung einer Firmamentschale oder eines Himmelszeltes zu verstehen ist. Darunter steht ein Ziborium. Auf dorischen Steinsäulenruht der byzantinisierende Aufsatz aus Rabbitz. Die Wölbung des Ziboriums kann durch Themenfenster über dem Architrav betrachtet werden. Der Chorbogen ruht auf vor Wandvorlagen freistehenden Säulen, einer sehr frei variierten Serliana. Auch diese Gestaltung ist barocken Vorbildern nachempfunden.

Im Westen ragt das Rund des Turmes in das Innere des Schiffes hinein und nimmt in zwei Geschoßen Eingangshalle und Empore mit Orgel und Chorbühne auf. Diese Empore wird auf jeder Seite von zwei gekuppelten Säulen getragen. Die zu Seiteneingängen reduzierten Seitenschiffe sind mit einer hochgebusten Querkrone überwölbt. Ursprünglich waren hier Kreuzgratgewölbe vorgesehen.

Die Ausstattung. Der Hochaltar mit seinem Ziborium wurde im Gegensatz zur Architektur, die mit bräunlichem Otterberger Sandstein aufgeführt wurde, mit graublauem einheimischem Sandstein vom Donnersberg errichtet. Dies gilt auch für die übrigen steinernen Ausstattungen.

Der Seitenaltar auf der Epistelseite (rechts) wurde als Kriegergedächtnisstätte errichtet. Im Stipes der Mensa befindet sich ein Dornengeflecht, an der Rückseite des Stipes ist die Friedenspalme zu erkennen. Ein Vesperbild ist in einer Nische aufgestellt, umgeben von den Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten.

Der Seitenaltar auf der Evangelienseite (links) ist dem heiligen Theodor geweiht, als Erinnerung an das Patrozinium des Vorgängerbaues dieser Kirche. An diesem Altar ist heute die ursprünglich als Hochaltarretabel geschaffene Sebastianustafel aus dem Jahr 1934 aufgestellt. Sie zeigt acht Szenen aus dem Leben des heiligen Sebastian im Dienst der Kirche (Übergabe des Evangelienbuches), Sebastian als Wohltäter der Armen, Sebastian besucht Gefangene, Sebastian wird vor dem Kaiser angeklagt,, weil er Christ ist, Sebastian soll ein Götzenopfer darbringen, Sebastian wird mit Pfeilen gemartert, Sebastian wird mit Knüppeln erschlagen, Grablegung des heiligen.

Die Kanzel mit steinernem Korpus und hölzernem Schalldeckel zeigt an der Brüstung die Reliefs des lehrenden Christus und des Johannes.

Dieser Text ist in Auszügen entnommen aus „ Kirchenführer St. Sebastian Rockenhausen“. Der Kirchenführer „Kunstführer Nr. 1659, Erste Auflage 1987“ kann bezogen werden beim kath. Pfarrbüro Rockenhausen oder beim Verlag Schnell&Steiner GmbH&Co München und Zürich.

 

 
Pfarrbüro
Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch
09:00 bis 12:00 Uhr und
14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Donnerstag
09:00 Uhr bis 12:00 Uhr und
14:00 bis 18:00 Uhr
Freitag
09:00 Uhr bis 12:00 und
14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Postanschrift
Kreuznacherstraße 32
67806 Rockenhausen

Telefon 06361 / 7949
Telefax 06361 / 993841

E-Mail
pfarramt.rockenhausen@bistum-speyer.de